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NOV 11
9. Platz beim Ironman Cozumel

Der Tag begann gut und alle Vorbereitungen liefen wie geplant. Das Betreuerteam war bereit alles zu geben und gleiches zählte auch für mich. Pünktlich nach dem Startschuss um 6.40 Uhr konnte ich mich sofort sehr gut platzieren. Zahlreiche Superschwimmer boten Anfangs einen guten Wasserschatten. Als es dann um die erste Boje ging, war dann plötzlich nichts mehr los mit den Armen und der Rhythmus war ebenfalls komplett weg. Ein Problem, dass ich aus vorherigen Rennen kenne und beheben muss. Ich orientierte mich dann an den langsameren Schwimmern, mit der Folge einer sehr mittelmäßigen Schwimmzeit von knapp über 54 Minuten.
 
Als 28. der 42 Profis ging es aufs Rad und dort konnte ich gewohnt gut Druck machen. Geplant war die drei Runden a 61 km konstant zu fahren, ohne Experimente auf die Spitze aufzufahren. Eine gute Entscheidung, da es immer wärmer wurde und eine Luftfeuchte von über 80 % jedes überziehen bestrafte. Einige der schnellsten Radfahrer sollten das an diesem Tag noch bereuen. Mir ging es gut, ich musste nur ständig meine Aerodrinkflasche mit den Armen einklemmen, da die auf der teilweise schlechten Straße nicht mehr halten wollte. Diese Haltung verkrampfte die Schultern auf Dauer doch sehr. Als Gesamt 10. stieg ich vom Rad. Bereits auf den letzten Kilometern der zweiten Disziplin war mir etwas flau im Magen und es begann zu rumoren. Trotzdem war ich zuversichtlich, da ich meinen Ernährungs- und Zeitplan absolut eingehalten hatte.
 
Die ersten 5 Km der Laufstrecke bin ich wie geplant in 20:30 Minuten angegangen. Danach wurden die Bauchkrämpfe plötzlich schlimmer und bei Km 8 half nur noch ein Notstop auf dem Dixi. Bei einer Außentemperatur von 30 Grad und dieser hohen Luftfeuchte eigentlich keine gute Idee, da dann der Kreislauf bei gefühlten 50 Grad in diesem Häuschen schnell noch mehr verrückt spielt. Doch es half nichts und es wurde nicht besser. Muskulär war an diesem Tag sicher mehr drin. Bis zum Halbmarathon konnte ich mich dann „durchschleppen“ bevor ein weiterer unvermeidbarer Stop meine Motivation zum weitermachen gegen Null schießen ließ. Kumpel Sven rief mir dann ständig zu, was ich zu tun hatte (welche Nahrung aufnehmen usw.) und hielt mich zusammen mit Ingo über die Konkurrenz auf dem Laufenden. Ich war inzwischen schon auf den 15. Platz zurückgefallen, doch einige der schnellen Radfahrer gerieten nun ebenfalls in ernste Probleme. Diese Informationen brachten mich dann wieder in einen ordentlichen Laufschritt, zwar sehr gequält, aber es ging wieder vorwärts. Bei Km 25 schlossen zwei überrundete Altersklassenathleten auf mich auf, die genau das Tempo gelaufen sind was für mich maximal möglich war. Es waren nun „nur“ noch 17 Km. Wie oft bin ich im Training diese Strecke gelaufen. Ich pushte mich jetzt und der Wettergott hatte auch ein einsehen. Wolkenbruchartige Regenfälle sorgten für etwas Erfrischung. Immer mehr Profis vor mir konnten ihr Tempo nicht mehr halten oder mussten komplett aussteigen und ich war 12 Km vor dem Ziel auf Platz Neun.

Diesen Platz wollte ich mir nicht mehr nehmen lassen und lief ab jetzt mit allem was noch drin war. Aniko, Ingo, Sven, Stefan, meine Eltern, Familie Hunger und zwei weitere Familien aus Großröhrsdorf und Pulsnitz, die zufällig in der Nähe ihren Urlaub verbringen, gaben ebenfalls alles vom Streckenrand. Mit einer Marathonzeit von 3:14h wurde ich Gesamt Neunter. Dabei lief ich die erste Hälfte des Marathons in etwa gleichschnell wie die Zweite. Mit insgesamt vier Stops auf dem Dixi und enormen Problemen die ganze Zeit über beim Laufen bin ich überglücklich überhaupt das Ziel erreicht zu haben. Es war sicher kein perfektes Rennen, doch eines woraus ich sehr viel über mich gelernt habe.
 
Ich danke allen Sponsoren und Unterstützern die es mir ermöglichen mich mit den besten der Welt messen zu lassen und natürlich allen Fans zu Hause!!!
 Ich bin nach wie vor wegen der großen Resonanz an Glückwünschen gerührt.
 Jetzt geht’s in die Winterpause :-) Zeit zum ausruhen und zum Pläne schmieden für das Neue Jahr. Die Saison 2012 ist ja in vollem Gange und mit den 880 Punkten aus Cozumel sowie den 600 Punkten aus Wales habe ich mir schon eine gute Grundlage geschaffen um im August 2012 zu den besten 50 Athleten zu gehören, die dann für den Ironman Hawaii planen dürfen. Bis bald und kommt alle gut über den Winter :-)

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