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OKT 12
Es gibt Tage da solls wohl nicht sein…

Zuerst mal einen großen Dank an alle die mir, in welcher Form auch immer (sms, Facebook, usw.), viel Glück gewünscht haben. Wahnsinn – mehr fällt mir dazu nicht ein.
Nun der extralange Wettkampfbericht:
Meine erste Profisaison sollte nun also hier auf Hawaii enden. Streng genommen zählt der Wettkampf hier auf Hawaii für uns Profis ja schon zur neuen Saison (2013). Aber dennoch hab ich das als meinen Saisonabschluss gesehen. Ich wollte noch mal alles zeigen was ich so gelernt (bzw. trainiert) habe. Schließlich waren ja wirklich ein paar gute Ergebnisse dabei und auch für Hawaii habe ich auf so ein gutes Ergebnis (Top 30) im Training hingearbeitet. Die Zeit nach dem Ironman New York war zwar sehr knapp, aber ich fühlte mich gut vorbereitet bzw. eben wieder in dieser „New York Form“. Die Tage vor dem Wettkampf verliefen ebenfalls nahezu perfekt. Die Sportbedingungen hier waren gefühlt gut und die letzten Trainingswerte auf gutem Niveau. Auch am Wettkampfmorgen verlief alles reibungslos. Es konnte also los gehen…
Start mit gut 50 Profimännern. Alle können da zumindest gut los schwimmen. Kein Problem, dass kannte ich aus diversen Liga-Wettkämpfen. Ich behauptete mich auch gut und meine, nach etwa 300 Metern die Schwimmkollegen aus Frankfurt (Sebastian Kienle) und New York (Pedro Gomes) gesehen zu haben. Plötzlich wurde mir schlecht, schwindelig und ich bekam Kopfschmerzen. Alles direkt hintereinander. Nach ein paar Rückenzügen ging es am Ende des Feldes weiter. Doch auch bei „gemäßigtem“ Tempo kamen die Probleme wieder bzw. gingen nicht weg – also noch mal auf den Rücken und Ruhe bewahren. Dieses Prozedere musste ich noch ein paar Mal wiederholen…bis ich alleine schwamm. Die ersten Profi-Frauen überholten mich nun (5 Minuten nach uns gestartet). Kein gutes Zeichen. Ich hängte mich rein und das Tempo war auch in Ordnung, doch die Probleme kamen wieder…Schwimmzeit 1:03 h. Das ging ja schon mal gut los. Meine benannten Schwimmkollegen schafften 55 Minuten. Ich hatte mir 57 Minuten vorgenommen – eigentlich realistisch.

Rad – der Tag ist ja noch lang. Und da liefs erst einmal ich nenne es mal „normal“. So ein bisschen schwummrig war mir noch als sich dann auch noch Probleme im Magen-Darm-Trakt deutlich bemerkbar machten. Ab jetzt dachte ich an Thomas (Weber – Trainer) seine Worte „egal was passiert – zieh das Ding durch“. Das Radfahren war also auch eher durchwachsen, dennoch konnte ich mich noch so ernähren, dass ich guter Dinge war einen guten Marathon zu laufen. Ich war nun schon über 6 Stunden unterwegs und deutlich über meiner vorgenommenen Zeit.
Bis Kilometer 17 verlief alles ganz unspektakulär und ich war mir sicher das Ziel zu sehen. Klar waren die Probleme von vorher noch da und weitere kleine („normale“) kamen hinzu, aber mein Laufschritt fühlte sich gut an. Aber das was nun passierte kannte ich vorher nicht. Alle Systeme waren gleichzeitig auf „off“ und ich musste mein Lauftempo in eine Stehpause ändern. Neben Schwimmen und Radfahren war nun also auch das Laufen „versaut“. Ab jetzt war mein Ziel zu finishen, schließlich steckt ein enormer Aufwand dahinter überhaupt hier her zu kommen (Quali, Finanzen, Anreise,…). Also wieder los „wackeln“. Das ging nur kurz, also gehen, laufen, gehen, hocken…Krämpfe
Das nächste woran ich mich erinnern kann ist, dass ich an einer Verpflegungszone (km 23) in einem Stuhl saß. Und das für ca. 1,5h. Beim Versuch aufzustehen – Krämpfe. Ein Finish war nicht drin. Ingo war zum Glück da und kümmerte sich. Sorry an alle Anfangs genannten…und vor allem an meine kleine Familie. Denn ursprünglich wollte ich nach Frankfurt eine Pause einlegen. Das sollte dann ja nicht sein. Dann nach New York – Hawaiiquali, also weiter trainieren. Und natürlich auf Verständnis plädieren – ist ja schließlich die Weltmeisterschaft. Und nun hab ich es nicht geschafft zu finishen.
Ok, das war heute nicht mein Tag, es hat weh getan - nicht nur körperlich und das ist bitter. Es geht eben immer an die Grenzen und heute hab ich sie aufgezeigt bekommen. Ich weiß was ich kann und eben auch was noch nicht. Ein Top 10 Platz wäre hier auch an meinem allerbesten Tag nicht drin gewesen, war ja auch nicht geplant J aber dieses Ziel steht in ein paar Jahren auf meinem Zettel. Um es mit den Worten von Andreas Raelert zu sagen „träumen ist nicht illegal“.
Nun ist also erst mal Pause. Aber nur für ein paar Wochen. Ich schau nach vorn und bin schon jetzt heiß auf die nächste Saison. Dabei weiß ich, dass in allen drei Disziplinen noch einiges geht und daran werde ich arbeiten ;-)
Zum Schluss noch Gratulation an Kumpel Sven zum Vize-Weltmeister in der AK 30 (Platz 36 gesamt)!!! Und natürlich auch an Basti Küfner und Josti zum „durchziehen“ / Finish

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