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JUL 14
Ironman UK 2014

Dass ich 2014 in Bolton bei der 10. Austragung des Ironman UK dabei sein werde, wusste ich bis etwa eine Woche vor dem Rennen selbst noch nicht. Grund dafür war das sehr durchwachsene Jahr 2014. Alles war auf den Ironman Lanzarote Mitte Mai ausgerichtet. Dort war dann bei Km 26 auf der Laufstrecke Schluss. Es war einfach nicht der Tag und ich hatte auch nicht das sichere Gefühl alles im Training dafür getan zu haben. Es waren zu viele Wochen dabei in denen kleine Infekte kein Training zuließen. Wahrscheinlich wäre ein gezielter Neuaufbau für einen späteren Ironman besser gewesen, doch nachher ist man immer schlauer ;-)

Es ging also nach ein paar Tagen der Ruhe und des "Pläne schmieden" in die kurze Vorbereitung für den Ironman Nizza Ende Juni. Zwei Wochen davor nahm ich noch die Challenge Kraichgau als Formtest mit. Die schlechte Radleistung dort konnte ich mir nur durch das umfangreiche Training der Vortage erklären, es fehlte wohl die Frische.

Direkt im Anschluss fing ich mir eine Erkältung ein, oder wie es der Arzt nach meiner Nizza Reise feststellte, einen Virus-Infekt. Die Reise war nun jedoch gebucht und das tapern begann. Ich hoffte also schnell gesund zu werden. Leider gelang mir das nicht zu 100%.

Die letzten kurzen Einheiten hinterließen ein gutes Gefühl, also versuchte ich es wenigstens.

Es ging nicht gut. Spätestens bei km 70 auf dem Rad war das Rennen für mich gelaufen. Ich hatte bei 10 Grad und Regen auf der sehr anspruchsvollen Strecke durch die Seealpen kaum noch Kraft um zu bremsen.Tief enttäuscht brauchte ich erst einmal Erholung. Eine gute Woche später und wiederum fast ohne Bewegung waren die Blutwerte wieder ok.

Nun hatte ich mir für die Saison einiges vorgenommen und mit den klasse Rennen in Wales und Australien Ende 2013 auch einen großen Schritt in Richtung Qualifikation für den Ironman Hawaii 2014 getan. Was also tun, andererseits war meine Form inzwischen alles andere als optimal. Die letzten Monate bestanden schließlich nur aus Tapern, abgebrochenen Rennen und Erholung. Ich wollte es dennoch wissen und meldete mich kurzerhand für den Ironman UK an. Auf der Insel hatte ich bisher gute Erfahrungen gesammelt und mit Stefan Flachowsky hatte sich ein Vereinskumpel ebenfalls für dieses Rennen entschieden. Das erleichterte das gewohnte Prozedere um das Rennen erheblich.

Ich wusste natürlich, dass es bei diesem Wettkampf besonders darauf ankommen würde Ruhe zu bewahren, denn die absolute Form bzw. Ausdauer konnte wie gesagt nicht mehr da sein. Dafür ist unser Sport zu ehrlich: Entweder du trainierst konstant auf höchstem Niveau oder du leidest im Rennen enorm...

Und darauf hatte ich mich eingestellt. Ich war bereit über das Limit zu gehen um alles herauszuholen. "Flachy" machte nach ebenfalls gerade überstandener Zwangspause einen starken Eindruck und auch das motivierte mich zusätzlich.

Das Schwimmen fand im sehr angenehmen Pennington Flash statt. Nach zwei Runden à 1,9 km entstieg ich als zehnter in etwa 51 min. dem 21 Grad warmen See. Klingt normal und leistungsentsprechend, unspektakulär - war es unterwegs aber leider nicht. Ich musste um jeden Armzug kämpfen und hatte von Beginn an Krampfansätze in beiden Oberschenkeln. Keine Ahnung warum...Mit aller Macht wollte ich aber die Gruppe halten und schaffte es auch.

Die Radstrecke begann sofort mit schlechtem Belag. Bereits nach 300 m flogen mir meine Trinkflaschen um die Ohren...einzig die Gelflasche könnte ich noch am Rad behalten. Da die erste Verpflegungsstation erst nach knapp 30 km im dichten Nebel vor mir erschien, konnte ich etwa 45 Minuten nichts zu mir nehmen. Ich hab paar mal am Gel genippt, ohne Wasser "läufts" aber leider nicht...ich entschied mich auch deshalb noch defensiver loszufahren als sowieso geplant. Es ging also sehr bescheiden los. Zu meiner Überraschung fühlten sich meine Beine nun aber seh

Das ist auch das Schöne an der Langdistanz, es gibt Hochs und Tiefs. Mein Hoch hielt bis etwa Km 100 auf der Radstrecke an. Bis auf Rang vier bin ich zwischenzeitlich nach vorn gefahren. Danach kam dann recht schlagartig auch das Tief ;-)

Zusammen mit Georg Potrebitsch versuchte ich noch mit konstant hohem Tempo bis in die Wechselzone zu gelangen. Als ich auf der schlecht abgesperrten und von überrundeten Athleten vollen Strecke wiederholt meine Flaschen davon fliegen sah, war ich mental auch ziemlich am Boden. Zum Glück gibt es unter den Profis aber auch richtig nette und Georg gab mir eine seiner Wasserflaschen. Danke an dieser Stelle!

Nach gut fünf Stunden waren dann die 182 Kilometer mit etwa 2.000 Höhenmeter auf Rang sechs geschafft.

Gelaufen wurde zuerst ein 15 Kilometer langes Zubringerstück in Richtung Bolton. Dort angekommen ging es über drei weitere neun-Kilometer-Wendepunkt-Runden. Die eine Richtung bergan, die andere wieder herunter. Im Abstand von vier Kilometer gab es Verpflegungsstationen, das ging gerade so gut, denn die Sonne kam heraus und die Luftfeuchtigkeit war recht hoch. Die Verpflegungsprobleme auf dem Rad und die nicht perfekte Vorbereitung merkte ich nun recht deutlich. Auch die Oberschenkel wollten schon ab dem Halbmarathon pausieren. Dazu wurde auch das Dixie angesteuert...Es wurde also eine absolute Willensfrage.

Mit dem Ziel den sechsten Platz zu verteidigen, um die Minimalchance für Hawaii zu erhalten, kämpfte ich mich durch. Nach 3:06 h (ohne Dixie ;-) waren die 42,35 km geschafft.

Platz sechs bedeutet 540 Punkte und nun insgesamt 3.280 Punkte im Kona-Pro-Ranking. Mit Platz 43 wäre ich so gerade noch dabei, doch es stehen noch weitere Rennen aus...Für Spannung ist also gesorgt.

Mit dem Rennen unter diesen Bedingungen bin ich sehr zufrieden. Mit anderen Worten, ich bin zurück :-)

Flachy hat ein super Rennen gemacht und mal wieder seine Altersklasse gewonnen, dazu Platz 16 Gesamt!

Zum Schluss noch mal vielen Dank für sämtliches Daumen drücken. Obwohl ich mich so kurzfristig für das Rennen in UK entschieden hatte und es nicht an die "große Glocke" gehängt hatte, haben es irgendwie trotzdem noch alle mitbekommen ;-) Das gibt mir zusätzlich Kraft! Danke!!!

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