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JUL 16
Saison 2016 - Hawaii ist gebucht!

Viel zu lange war es ruhig hier auf meiner Seite und deshalb wird es jetzt etwas ausführlicher. Dafür blicke ich noch einmal kurz zurück.

Mein Jahr 2015 lief nahezu perfekt. Ich konnte dank dem 12. Platz bei der 70.3 WM in Zell am See und dem 3. Platz beim Ironman Wales genau 2120 Punkte mit ins neue Jahr nehmen. Das war eine sehr gute Ausgangsposition um die Hawaii-Quali frühzeitig fest zu machen. Eine genaue Punktzahl die dafür notwendig ist kann man nicht vorhersagen, aber mit ca. 4.000 Punkten ist man sicher dabei. Mein Plan A sagte voraus, dass ich am 10. April beim Ironman Südafrika mindestens in die Top 10 komme. Da dies ein "großes" Rennen war (Kontinentalmeisterschaft), gab es auch dementsprechend viele Punkte und dazu sehr starke Konkurrenz.

Dieses Ziel trieb mich nun ab dem 1. November an, denn ab diesem Tag war meine Saisonpause vorüber und Coach Thomas Weber "versorgte" mich wieder mit den Spezialplänen. In mehreren Trainingslagern, teils mit der Familie, teils mit Freunden und auch mit einigen Topathleten verlief das Training nahezu ideal. Ich hatte wenig Ausfallzeit zu beklagen und flog sehr zuversichtlich zusammen mit Ingo und Jana nach Port Elizabeth. Die beiden unterstützten mich sehr gut und die letzten Einheiten vor Ort verliefen auch sehr gut. Dazu wurde mit Neo geschwommen. Meine Schwimmzeiten hatten sich weiter verbessert und ich war mir wohl zu sicher in der 1. Disziplin. Schon vom Start weg ordnete ich mich etwas neben dem Feld ein um nicht in die "Waschmaschine" zu geraten. Das war genau der falsche Weg. Meine Orientierung an diesem Tag mit hohen Wellen im Meer funktionierte überhaupt nicht und mir taten zwischendrin die Athleten Leid die sich für meine Füße entschieden haben. Wir sind sicher einige hundert Meter zu viel geschwommen :-(

Foto - Jana Wersch

Mit einem großen Rückstand ging es aufs Rad. Der Kurs war nicht sehr anspruchsvoll und vor mir bildeten sich einige Zweckgemeinschaften. Einige gaben alles, andere fuhren "clever" hinterher. Ein inzwischen gewohntes Bild bei den flachen Kursen. Den ein oder anderen konnte ich überholen, der Abstand nach vorn wuchs jedoch weiter an. Ich kam nicht so richtig hinein in dieses Rennen, aber zumindest die Top 10 hatte ich noch nicht abgeschrieben. 

Foto - Jana Wersch

Als 20. ging es dann auf die Laufstrecke. Auch in dieser Disziplin hab ich mich im Training gut gesteigert und wollte das nun zeigen. Die Hitze kannte nun kein Erbarmen. Leider gelang es mir auch jetzt nicht so richtig in den "Flow" hineinzukommen. Meine Aufholjagd hielt sich in Grenzen und ich finishte auf Rang 13. Immerhin noch mit einem 3 h Stunden Marathon, mit dem ich unter den Umständen zufrieden war.

Foto - Jana Wersch

Dennoch war ich vorerst enttäuscht. Die 280 Punkte brachten mich nicht wirklich weiter. Mein Team (zu dem natürlich auch die Familie gehört :-)) schaffte es mich schnell wieder aufzubauen. Ich fand gut ins Training zurück und ein harter Belastungsblock endete mit dem Ironman 70.3 in der Schweiz. Mit Platz fünf im starken Feld war ich sehr zufrieden, denn ich konnte in allen Disziplinen alleine Druck machen und es waren zudem noch ein paar schöne Tage mit der Familie. Schon eine Woche später wurde ich Dritter beim Ironman 70.3 Staffordshire. Neben Ingo begleitete mich hier Coach Thomas. Es konnte also nur ein Topresultat werden ;-)

Foto - Jana Wersch

Es war ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Nun folgte eine weitere Trainingsphase nach den Wettkämpfen, um beim Ironman UK auch fit für die doppelte Distanz zu sein. Zusammen mit Andi Dreitz gab es zwischendurch noch ein sehr intensives (für mich ;-)) aber auch schönes Kurztrainingslager im Fichtelgebirge. Als Zwischenschritt zum Ironman UK nahm ich zusammen mit Ingo noch den Ironman 70.3 in Norwegen mit. Ein sehr schöner Wettkampf - nicht nur landschaftlich - sondern auch perfekt organisiert.  Auch hier kam ich wieder in die Top fünf. Das bestätigte mir meine gute Form. Ab jetzt waren es nur noch zwei Wochen bis zum Ironman UK. Nun hieß es noch eine Woche im Training Gas geben, bevor ich mich endlich etwas ausruhen durfte :-)

Foto - José Luis Hourcade

Ich wusste, dass ich für Hawaii auch bei diesem Rennen wieder in die Top fünf kommen musste. Dieses Ziel hatten natürlich noch ein paar andere.  

Die Reise nach Bolton begann am Mittwoch und zum Glück begleitete mich Ingo auch bei diesem Wettkampf. Das erspart mir jedes Mal sehr viel Stress in der unmittelbaren Rennvorbereitung. Auch hier waren die beiden Wechselzonen weit auseinander und logistisch eine Herausforderung.  Ein großes DANKE Ingo! Murray stellte uns vor Ort ein Homestay. Er ist selbst Triathlet und unterstütze uns wo er konnte. Mit diesen Vorzeichen konnte es nur gut werden und so ging es am Sonntag 5:55 Uhr endlich los. Die zwei Schwimmrunden im Pennicton Flash vergingen sehr schnell. Ich war in einer guten Gruppe. In der zweiten Runde gab es wegen dem Rolling Start der Agegrouper wenig Platz im See und die Wege wurden deutlich weiter, aber das Gefühl war gut. So ging es auf dem Rad dann auch weiter. Die ersten 50 Kilometer fuhr ich einfach mein Rennen und die Beine fühlten sich großartig an. Bereits beim Schwimmen waren Karl-Johan Danielsson, Kirill Kotsegarov und ich zusammen unterwegs. Die Beiden haben sich dann auf dem Rad erst mal etwas zurückgehalten und dann später aber auch gut Druck gemacht. Nachdem wir Harry Wiltshire erst eingeholt und kurz danach abgehängt hatten konnte später auch Fraser Cartmell nicht mehr folgen. Nur Romain Guillaume fuhr an der Spitze ein sehr schnelles Tempo, welches er dann aber nicht halten konnte. Kirill und ich waren dann mit konstantem Tempo alleine auf Platz zwei und drei unterwegs und aus den zwischenzeitlich 11 Minuten Rückstand wurden bis zu T2 etwa 4 Minuten auf Romain.

Rein in die Laufschuhe und los. Auch nun hatte ich wieder ein richtig gutes Gefühl und trotz der Höhenmeter war das Tempo deutlich unter 4 Min/Km. Kirill ging es genauso und so liefen wir Schulter an Schulter los und konnten uns sogar unterhalten ;-)

Romain ging es leider sehr schlecht und wir konnten ihn schon nach 3 Km überholen und die Führung übernehmen. Die ersten 16 Km vergingen ohne Probleme, dann begann ich doch zu viel zu überlegen. 26 Km noch, bei diesem Tempo, auf dieser schweren Strecke? Konnte das gut gehen? Ich nahm etwas an Tempo heraus. Ich wusste, dass der zweite Platz mindestens drin ist. Kirill schien jedoch voll im "Flow" angekommen zu sein und zog sein Ding durch. Bis zum Ziel. Ein starkes Rennen von ihm und ein verdienter Sieg. Ich hatte dann bei km 30 noch mal richtig zu kämpfen. Die letzten 3 x 9 Km Runden in Bolton sind dann auch für den Kopf nicht ganz einfach. Ich fing mich zum Glück schnell und wollte eigentlich "nur" noch ins Ziel joggen, da nach vorn und hinten nichts mehr zu holen war, doch dann erkannte ich, dass die 3 h noch unterboten werden könnten. Bei diesem Streckenprofil und nach dieser harten Radstrecke war mir das wichtig und so bin ich die letzten Kilometer dann doch noch mal in einen guten Rhythmus hereingekommen. Schon verrückt wie der Kopf so über den Körper entscheiden kann, man denkt es geht nichts mehr bei km 30 und bei km 40 könnte man locker noch weiter rennen :D 

Foto - Paul Kaye

Im Ziel dann mit Platz Zwei fiel so einiges ab und ich bin überglücklich nun die Hawaiiqualifikation geschafft zu haben. Ich möchte mich bei allen die mich unterstützen bedanken, ihr seid alle ein Teil dieses Erfolges bzw. des Team-Thomschke ;-)

Nun ist erst mal relaxen angesagt. Der nächste große Wettkampf ist am 8. Oktober! Davor kommt sicher noch der eine oder andere kleinere Wettkampf um das Training noch etwas intensiver zu gestalten. Bis bald, euer Markus

 

Ergebnisse seit dem letzten Post:

- 2. Platz Silvesterlauf Oberlichtenau (11,2 Km)

- 7. Platz Powerman Mallorca am 27.02. mitten im Trainingslager

- 1. Platz Heinrich-Zille-Lauf Radeburg am 02.04. (10,5 Km)

- 13. Platz Ironman Südafrika am 10.04.

- Blütenlauf am 01.05.- Rad 50 Km und 15 Km Lauf zum Trainingseinstieg

- 5. Platz Ironman 70.3 Schweiz am 05.06.

- 3. Platz Ironman 70.3 Staffordshire am 13.06.

- 5. Platz Ironman 70.3 Norwegen am 03.07.

- 2. Platz Ironman UK am 17.07.

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